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Freitag, 10. Juni 2016

Im Land der Trullis

Jene seltsamen Häuschen mit dem Kegeldächern gibt es nur in Apulien, hauptsächlich in der Gegend rund die Stadt Alberobello. Hier bestehen ganze Stadtteile aus den Trulli, so der Name der Bauten mit den charakteristischen runden Dächern aus Sandsteinplatten, die ohne Mörtel aufeinander geschichtet sind. Der Grund für die eigenartige Bauweise liegt in der Vergangenheit: Der Graf der Gegend wollte im 17. Jahrhundert eine Bestimmung des Königreiches Neapel umgehen, wonach es verboten war, ohne Erlaubnis eine neue Ortschaft zu gründen. Sobald die kaiserlichen Kontrolleure erschienen, wurden die Dächer schnell auseinander genommen. So demonstrierten die Einwohner den Geldeintreibern, dass Häuser nur aus Wänden nicht als Siedlung anzusehen wären. Sie hatten Erfolg damit und mussten keine Steuern bezahlen. Schließlich wurde es üblich, in Alberobello keinen Mörtel zu verwenden, und die Bauform wurde zur Tradition. Weil bis heute viele Bewohner des Ortes ihre Häuser in der traditionellen Bauweise erstellen und pflegen, wurden die Trulli von Alberobello 1996 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen. 
Heute haben wir die Trulli-Stadt besucht, und wir waren nicht die Einzigen. Der Touristen-Ansturm ist enorm. Unzählige Andenken-Läden, Cafés und Restaurants sind in den Trullis untergebracht, sodass die eigentümlichen Häuser einiges von ihrem Reiz verloren haben. Trotzdem hat es Spaß gemacht, durch die Gassen zu schlendern und reizvolle Motive einzufangen. 
























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