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Samstag, 19. Januar 2019

Knorrige Gesellen

Ich liebe sie, diese knorrigen Gesellen in ihrer bizarren Gestalt, anspruchslos und oft mehrere hundert Jahre alt. Gemeint sind Olivenbäume, die viele uralte Kulturlandschaften Mallorcas prägen. Es scheint so, als ob sie sich beim Wachsen nicht entscheiden konnten, in welche Richtung es gehen soll. Und so entstanden jene seltsam verschlungenen Baumgestalten; je älter, umso ausgeprägter ihr Aussehen. Wandert man in den Bergen durch einen Olivenhain und lässt seiner Fantasie freien Lauf, erkennt man in den wundersamen Exemplaren Kobolde, Hexen, Dämonen, Trolle oder was auch immer.
Olivenbäume kamen mit den Phöniziern und Griechen auf die Insel, Araber veredelten sie. Der älteste Baum Mallorcas stammt aus dem Jahre 1314 und steht bei Arta, behaupten jedenfalls die Wissenschaftler. Bis ins 19. Jahrhundert war das „flüssige Gold“ der wichtigste Exportartikel der Insel. Das Aroma der Frucht hängt von mehreren Faktoren ab: Vom kalkhaltigen Boden, von der hohen Luftfeuchtigkeit, von der Wärme und von den Schafen, die Unkraut vertilgen und organischen Dünger liefern. Heute gibt es rund 750 000 Olivenbäume auf Mallorca, wobei die Bäume im Bergland oft verwildert sind, weil die Oliven dort nicht mit Maschinen geerntet werden können. Ihr knorriges Aussehen bekommen die Bäume übrigens durch das Beschneiden, denn die Krone braucht Licht, um gute Früchte bilden zu können. Auch die Erdrotation könnte eine Rolle spielen, sagen einige Experten.
















Ein Bild aus älteren, winterlichenZeiten
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