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Montag, 3. Februar 2020

Hannes Wader: Trotz alledem

Zu Weihnachten habe ich die Autobiographie von Hannes Wader geschenkt bekommen: „Trotz alledem - Mein Leben“. Ein dicker Wälzer, in dem der Liedermacher und Komponist auf beinahe 600 Seiten seine Lebensgeschichte erzählt. Spannend zu lesen, denn sie ist ein Zeugnis der Nachkriegszeit, die auch für meine Generation prägend war. Ausführlich schreibt Hannes Wader, 1942 in Bethel geboren, über seine Kindheit in dem kleinen Ort Hoberge bei Bielefeld, wo er als Sohn eines Landarbeiters und einer Putzfrau unter einfachsten Verhältnissen aufwuchs. Nach einer Dekorateurs-Ausbildung begann Wader 1963 in Berlin ein Grafikstudium. Mit dem Auftritt bei einem Festival auf der Burg Waldeck kam seine Liedermacherkarriere allmählich in Gang. „Heute hier – morgen dort“, sein wohl bekanntestes Lied, sagt viel aus über die Wadersche Lebensphilosophie, die, nicht nur, aber auch das Geographische betrifft: 1973 zog er in eine alte Windmühle ins nordfriesische Struckum, dann in einen Resthof in Mittelholstein und schließlich 2008 mit Ehefrau Cordula und zwei Kindern nach Kassel. Wader wurde bekannt mit Folksongs, Arbeiter-, Volks- und plattdeutschen Liedern sowie der Interpretation von Werken früherer Dichter. Seine Kapitalismuskritik ging einher mit dem Eintritt in die DKP, aus der er später aus Enttäuschung über die Vorgänge in der Sowjetunion und in der der DDR wieder austrat. 2018 gab Wader in Berlin, wo auch seine Karriere begann, sein letztes Konzert, um danach zwei Jahre lang an seiner Biographie zu arbeiten. Er nennt sie „Trotz alledem“ entsprechend seiner Grundhaltung, nach der „auf der Welt kein Übel ewig währt – trotz alledem“.
2012 habe ich Hannes Wader in Neuenhaus beim Kulturpass live erlebt, nur mit seiner Gitarre auf der Bühne, und wie immer begann sein Konzert mit „Heute hier – morgen dort“.
Hier einige Bilder von dem Auftritt:






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