Sonntag, 30. Mai 2021

Der Spöllberg und umzu

 

Fotografische Impressionen einer Radtour in das Uelser Hügelland mit dem Spöllberg in Gölenkamp:














 

Donnerstag, 27. Mai 2021

Der Moor-Einsiedler

 

Jedes Mal, wenn ich die Landstraße von Twist nach Ringe fahre und in Höhe von Neuringe bin, kommt mir ein ganz besonderer Mann in den Sinn, der dort beheimatet war, und den ich als GN-Reporter dreimal besucht habe: Berend-Jan Niers. Nach dem Tod seiner Mutter 1993 wohnte er allein auf seiner Scholle mitten auf einer Fläche, die früher einmal Moor war. Er ließ sich von den Kultivierungsmaßnahmen rings um ihn herum nicht vertreiben und blieb wie in einer Trutzburg auf seinem erhöhten Grundstück inmitten des abgetorften Geländes. Berend-Jan Niers lebte dort im Einklang mit der Natur zusammen mit seinen Tieren, den Hühnern, Enten, Gänsen, Katzen, Bienen. Trotz einiger Schicksalsschläge (Nierenversagen, Schildrüsenkrebs) machte er einen zufriedenen, fröhlichen und in sich ruhenden Eindruck. Die Kunst des Bienenkorbflechtens ausschließlich aus Naturmaterialien beherrschte er perfekt. Ich habe es damals als große Ehre empfunden, dass er mich in seine Küche einlud, um mir einige Bilder aus alten Fotoalben zu zeigen. Normalerweise empfing Berend-Jan Niers seine Gäste immer nur draußen vor dem Haus.

Seit einigen Jahren lebt Berend-Jan Niers nicht mehr, und ich frage mich, was ist wohl aus dem Haus inmitten der landwirtschaftlichen Flächen geworden.Wahrscheinlich ist es längst verschwunden. Vielleicht weiß jemand Näheres und kann mir berichten.

Wenn jemand die GN-Wochenendreportage aus dem April 2010 noch einmal nachlesen möchte: Sie steht unter den Bildern, die in den Jahren 2010 und 2011 entstanden sind. 




Kinder der Förderschule besuchen mit ihrer Lehrerin und Hermann Kronemeyer den Niershof.




Berend-Jan Niers wzeigt auf die Hohlräume unter den Gebäuden, die durch das Absacken des Moorbodens entstanden sind.









 

Die GN-Reportage aus dem April 2010

Es ist nicht so einfach, den Hof von Bernd-Jan Niers in Neuringe zu erreichen. Schon allein die Anfahrt über die mit Schlaglöchern übersäte Landstraße von Ringe nach Twist ähnelt einer Slalomfahrt. Dort, wo der Motorradclub „Flying Bulls“ sein Vereinsheim hat und auf einer fünf Meter hohen Stange eine Honda 350 R befestigt hat, geht es rechts ab. Schnurgerade führt ein mit Bauschutt befestigter Sandweg in die Äcker und Wiesen hinein; in die Flächen, die früher einmal Moor waren. Nach einem Kilometer holpriger Fahrt taucht nach einer scharfen Linkskurve am Horizont eine Baumgruppe auf, hinter der sich das Gehöft von Bernd-Jan Niers versteckt. Schnatternde Enten und Gänse begrüßen den Fremden. Neugierig scheinen sie fragen zu wollen, wer denn den Weg in die Einöde gefunden hat. Bernd Niers – seine Freunde lassen das Jan weg – sitzt draußen auf einem Stuhl und wartet schon auf den Gast. Auf dem Hof scharren Hennen, Hähne und Zwerghühner eifrig im Sand, um ein paar Getreidekörner zu picken, die Bernd Niers ihnen ab und an zuwirft. Sie laufen frei herum - wo auf Gottes Erden könnten sie sich gefahrloser bewegen als am Ende dieser Sackgasse? Nur die Pekingenten und Gänse scheinen noch nicht zufrieden zu sein. Schnatternd stehen sie so lange vor Bernd Niers, bis dieser den Kofferraum seines roten VW-Golfs öffnet, ein paar Hände voll Kraftfutter aus einem Sack holt und dem Federvieh spendiert. Im Nu sind die Körner aufgelesen und die Enten und Gänse watscheln zufrieden von dannen. Schon immer hat Bernd Niers hier gewohnt. Hier ist er am 19. August 1939 geboren, dreizehn Tage bevor der Zweite Weltkrieg losbrach, und hier ist er lange Zeit Landwirt gewesen. Seine Eltern Gert und Gertien Niers haben 1931 den neun Hektar großen Landstreifen gekauft. Das Grundstück ist 43 Meter breit und zwei Kilometer lang.Wie alle Flächen dort führen sie wie schmale Handtücher von der Landesstraße weit in die Tiefe des Moores hinein. Früher kamen die Ringer Bauern dorthin, um auf ihren Flächen für den eigenen Ofen Torf zu stechen. Heute ist das Moor längst abgetorft und kultiviert, nur die Niers`sche Hoffläche ist davon ausgenommen. Wie eine kleine Trutzburg liegen die Gebäude zwei Meter höher als die umliegenden Äcker. Jedoch zeigen die Entwässerungsmaßnahmen auch hier ihre Wirkung. Die Fundamente tragen das Haus, aber der Boden ist ein Stück abgesackt, sodass unter den Gebäuden Hohlräume entstanden sind. Lange Zeit konnte die Familie von der Landwirtschaft leben, vom Ackerbau und von den Kühen, Sterken und Schweinen. „Es lief gut bis Anfang der achtziger Jahre“, sagt Bernd Niers. „Dann wurden die Erträge schlechter und die Landwirtschaft brachte nicht mehr genug auf.“ Sein Vater starb 1984 und neun Jahre später seine Mutter. 1994 beantragte Bernd Niers die Rente, denn ein erster Schicksalsschlag traf ihn. Eine schwere Vergiftung führte zu einem vollständigen Nierenversagen. „Ich bin am Samstagmorgen ins Krankenhaus gekommen. Wenn ich am Montag eingeliefert worden wäre, wäre es nach Aussagen der Ärzte zu spät gewesen“, erinnert sich Niers. Seit dem Tag bestimmt die Dialyse seinen Wochenplan. Dreimal in der Woche steht ein Taxi frühmorgens vor der Tür, um ihn nach Lingen in das Bonifatiushospital zu bringen. Dort reinigt eine Maschine fünf Stunden lang sein Blut. Im Jahre 2001 dann die nächste Hiobsbotschaft: Ein bösartiger Tumor an der Schilddrüse muss operiert werden. Es folgt eine kräftezehrende Strahlentherapie, aber sie ist erfolgreich gewesen. Allerdings benötigt Bernd Niers seitdem ein Sprechgerät, um sich unterhalten zu können. Damit jedoch noch nicht genug. Anfang Februar dieses Jahres stürzte Niers in seiner Diele und brach sich das Schambein, wie die Ärzte am nächsten Tag anlässlich der Dialyse feststellten. Er verbrachte drei Wochen im Bonifatius-Krankenhaus und anschließend einen Monat im Emlichheimer Altenzentrum. Seitdem ist der Terminkalender noch voller geworden. An den beiden noch freien Wochentagen stehen in Emlichheim Rehabilitationsmaßnahmen auf dem Programm: Fahrradfahren auf dem Ergometer und Gehen auf dem Laufband. Aber Niers lässt sich nicht unterkriegen, vor allen Dingen lässt er sich nicht davon abbringen, dort zu sein, wo er immer gelebt hat: Auf seinem Hof bei seinen Tieren, mit denen er einen liebevollen Umgang pflegt. Fast zärtlich nennt er die Zwerghühner „Kükies“ und ruft die Enten „piepie“; und die kommen tatsächlich, zum Beispiel, wenn sie abends in den Stall müssen, um sie vor dem Fuchs zu schützen, der des Nachts gerne einmal vorbeikommt, um sich nach einer fetten Beute umzusehen. Zwei Katzen sorgen außerdem dafür, dass die Mäuse und Ratten nicht zu übermütig werden. Bernd Niers bedauert zwar, dass er zur Zeit auf eine Gehhilfe angewiesen ist und nicht so recht handwerken kann, denn „an den Gebäuden müsste dringend einiges ausgebessert werden.“ Aber er beklagt sich nicht, sondern ruht in einer großen Gelassenheit. Aus seinem Leben im Einklang mit dem Rhythmus der Natur scheint ihm die Einsicht erwachsen zu sein, das eben gewisse Dinge so sind wie sie sind. „Es ist manchmal nicht leicht, aber noch kann ich mir allein helfen. Ich kann tun und lassen, was ich will, und keiner redet mir rein“, sagt der Mann, dem ein selbstbestimmtes Leben über alles geht. In seinem Haus gibt es Strom, fließendes Wasser, Telefon, und die Lebensmittel kauft er sich im nahen Twist. Was braucht es mehr zum Leben? Jetzt freut er sich auf die erwachende Natur, auf „den Wonnemonat Mai, wenn der Kastanienbaum in voller Pracht steht.“

Im Haus in der dämmrigen Wohnküche setzt sich Bernd Niers neben den großen Herd, der den Raum heizt und gleichzeitig zum Kochen dient. Darüber der große, rußgeschwärzte Rauchabzug. Niers kramt einige Fotoalben hervor und zeigt Bilder, die ihn beim Ausüben alter landwirtschaftlicher Tätigkeiten zeigen. Zusammen mit dem Bathorner Hermann Kronemeyer und Jan Mülstegen aus Esche haben sie es vor Jahren noch mal ausprobiert und fotografiert: Das Torf stechen, das Roggen mähen mit Sense und Wellhaken und das Dreschen auf der Diele im Rhythmus der Dreschflegel. Arbeitsabläufe, die einen großen Teil seines Lebens bestimmt haben.

In einem Bereich hat Bernd Niers es zu einer wahren Meisterschaft gebracht: Der Imkerei. In Holzschuhen geht er in den hinteren Bereich seines Hofes, dort, wo unzählige Bienenkörbe aufgereiht stehen. Aber in ihnen herrscht kein Leben, nur zwei Körbe sind noch mit einem Volk besetzt. „Von den zwölf Völkern sind zehn eingegangen. Daran war aber nicht der strenge Winter schuld, sondern wahrscheinlich der Mais, der im letzten Jahr bis an mein Grundstück ging. In einem bestimmten Mais-Saatgut gibt es ein Nervengift, das ganze Bienenvölker sterben lässt“, erzählt Niers. In Spitzenzeiten besaß er an die 150 Völker, aber nicht, um Honig zu gewinnen, sondern zur Zucht, die hier aufgrund der Alleinlage besonders gut klappt. „Aus fünfzig Völkern entstanden im Frühjahr 150. Aus allen Ecken Deutschlands kamen Leute, um sie zu kaufen“, erinnert Niers an goldene Zeiten. Vor einem Nebengebäude setzt er sich auf einen Stuhl, um zu zeigen, wie ein Bienenkorb geflochten wird. Alles, was er dazu braucht, gibt die Natur her. Das Roggenstroh, die Brombeerranken zum Binden und die Handwerksgeräte: ein flacher Rinderknochen und ein hölzener „Wolf“ zu Spalten der Ranken. Die uralte Technik des Bienenkorbflechtens hat Niers von seinem Vater erlernt. Heute ist er der Einzige im gesamten Emsland, der sie noch beherrscht. Selbst das Fernsehen war schon da, um sein Handwerk zu filmen. Auch hat Niers in zahlreichen Lehrgängen sein Wissen weiter gegeben. „Die meisten geben aber zu schnell auf“, sagt er. „Es dauert mindestens zehn Körbe, bis die Technik einigermaßen beherrscht wird“. Heute flechtet er nur noch auf seinem Hof die wunderschönen Körbe mit den goldgelben Strohsträngen und dem dunklen Flechtwerk der Brombeerranken. Sie eignen sich auch wunderbar als Blumenkorb oder Lampenschirm. Für einen Spottpreis von 20 Euro gibt er sie weg. Bernd Niers freut sich, wenn jemand vorbeischaut. Wie gesagt, der Weg zu ihm ist etwas beschwerlich, aber man sollte sich trauen.

Dienstag, 25. Mai 2021

Ernte beendet - Verkauf geht weiter

 

Eigentlich wollte ich heute Vormittag ein paar (Drohnen)bilder vom Spargelstechen in Neugnadenfeld fotografieren. Zu meiner Überraschung musste ich jedoch feststellen, dass die Spargelernte in Neugnadenfeld schon vorbei ist. Keine Erntehelfer und keine Folie mehr zu sehen. „Weil das Feld noch recht jung ist, wird die Ernte schon jetzt eingestellt“, sagt Silvan Schulze vom Betreiber „Gut Holsterfeld“. So konnte ich nur noch ein paar Spargelreste fotografieren und einen Trecker, der die Erdwälle eingeebnet hat. Aber das kann ja auch mal ganz interessant aussehen, wie die Bilder unten zeigen. Zum Schluss die gute Nachricht für alle Spargelfreunde: Der Verkauf in dem Büdchen am Kanalweg geht wie gewohnt weiter, voraussichtlich bis zum 24. Juni.













 

Sonntag, 23. Mai 2021

Die große Vechteschleife

 

Das Bild der Vechte bei Emlichheim erinnert ein wenig an die Große Moselschleife bei Bremm. Nur die Hänge fehlen. Aber einen so großen Bogen macht die Vechte hier in Wirklichkeit nicht. Das Ganze ist eine optische Verzerrung, entstanden durch das 180-Grad-Panoramaformat der Drohnenkamera. Das zweite Bild ist entgegengesetzt Richtung Oeveringen aufgenommen. (In der Mitte die Bundesstraße 403.)



 

Donnerstag, 20. Mai 2021

Fußball-Nostalgie

Heute mal eine Seite für Fußball-Nostalgiker: In jungen Jahren hat mich der Fußball begeistert, sowohl als Aktiver als auch als Fan. Ich habe alles, was ich über den Fußball zu meiner Zeit erfahren konnte, aufgesogen.  Im Friseursalon meiner Schwester und meines Schwagers lag der „Kicker“ aus. Wenn er ausgelesen war, erhielt ich ihn zu meiner großen Freude. Ich habe  die farbigen Fotos ausgeschnitten und zu Alben zusammengestellt. Im Zuge von Aufräummaßnahmen sind mir die Bände noch mal in die Hände gelangt. Sie stammen alle aus den 1960er Jahren.

Hier sind einige Seiten aus der damaligen Fußballwelt. Den Jüngeren sagen sie eher wenig, ältere Semester werden sich vielleicht erinnern und wehmütig seufzen: „Ach, wie schön, einfach und übersichtlich war damals noch die Fußball-Welt“.

Die Bundesliga-Tabelle 1964/65: Werder Bremen (!) wurde Deutscher Meister. In der Bundesliga waren fast ausschließlich Traditions-Clubs (bis auf Borussia Neunkirchen). Und Bayern München und Borussia Mönchengladbach sind aufgestiegen.

Holstein Kiel nahm 1965 an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil. Hat damals aber nicht geklappt. Heute, 56 Jahre später, ist es wohl endlich soweit.

Helmut Rahn, der Held von Bern, spielte noch eine Weile in der Bundesliga, aber mit wenig Erfolg. Er war eben auch ein Lebemensch. Beim Meidericher SV (heute MSV Duisburg) beendete er seine Karriere.

 

Wer erinnert sich noch an den Dorfverein SV Alsenborn? Er wurde in den 1960er Jahren mehrmals Regionalliga-Meister, der Klasse unter der Bundesliga. In den Aufstiegsrunden scheiterte er nur knapp.

Einer der ganz Großen des europäischen Fußballs in den 1960er Jahren: Der Portugiese Eusebio:

Besuch beim ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger, der 1967 siebzig Jahre alt wurde:


Und noch ein Großer: „Bomber“ Gerd Müller, dessen Bundesliga-Rekord mit 40 Toren heute von Lewandowski bedroht wird. In einer Homestory besuchte der „kicker“ damals Gerd Müller und seine Frau Uschi. Bemerkenswert, wie einfach damals die Stars noch wohnten. Und Uschi servierte ihrem Gerd selbstverständlich die Suppe. 😋


Einer der Ersten Ausländer der Bundesliga: Petar Radenkovic von 1860 München. Legendär seine Torwart-Ausflüge weit in die Hälfte des Gegners:

In der Qualifikation zur WM 1966 gewann Deutschland 2 : 1 in Stockholm gegen Schweden. Der Schütze des Siegtores: Uwe Seeler

Im Mai 1966 holte Borussia Dortmund als erste deutsche Mannschaft einen Europapokal, und zwar den  der Pokalsieger. (Den Wettbewerb gab es damals noch.) Die Borussen gewannen 2 : 1 gegen Liverpool. Unvergesslich das Siegtor von „Stan“ Libuda in der Verlängerung.



 Unvergessen auch das WM-Endspiel 1966 in Wembley: England gewann 4 : 2 nach Verlängerung nach einem Hurst-Tor zum 3: 2, das keines war. Aber damals gab es eben noch keinen Video-Beweis. 

 

Beckenbauers Stern ging bei der WM 1966 in England auf. Der Löffel aus der Knorr-Suppenwerbung habe ich diskret überklebt:


Die jungen Wilden von Mönchengladbach sehen hier recht brav aus:

Eintracht Braunschweig wurde 1967 Deutscher Meister. Heute droht die Mannschaft in die 3. Liga abzusteigen.