Plattsprecher wissen, was
„nömen“ ist. Gab es in einer Familie Nachwuchs, dann musste der
nach seiner Oma oder seinem Opa benannt werden, und zwar in der
Reihenfolge nach der Wichtigkeit der Großeltern. Am besten, der Name
wurde komplett übernommen, zumindest aber musste der
Anfangsbuchstabe der gleiche sein. Mein Vater hielt nicht viel vom
„Nömen“, aber auf den Kompromiss mit den Anfangsbuchstaben hat
er sich eingelassen. So wurde Anita nach Alberdina, Gerda nach Gesien
und Dieter nach Derk „genömt“. Für mich blieb dann noch mein
Opa Gerrit, der Vater meiner Mutter. Gerrit und Gesien Oldekamp
betrieben eine Landwirtschaft in Oeveringen am Haftenkamper Diek. Ihr
Leben war hart, sie haben schwer gearbeitet auf ihrem kleinen
Bauernhof, der sie ernähren wusste.
Der
Sonntagnachmittag war in den 1950er und 60er Jahren den Besuchen
vorbehalten. Fernsehen und andere Unterhaltungsmöglichkeiten gab es
anfangs noch nicht. So fuhren wir oft zu Oma und Opa Oeveringen, und
zwar mit dem Fahrrad auf einem Pättken entlang des Haftenkamper
Dieks, der damals noch ein Sandweg war. Man stelle sich vor: In der
Woche hart gearbeitet, der Sonntagvormittag gehörte der Kirche, und
am Nachmittag musste der Besuch mit Kaffee und Kuchen bewirtet
werden. Oft waren auch noch andere Onkel und Tanten mit ihren Kindern
gekommen. Tante Grete und Onkel Fritz, die Hofnachfolger, waren nicht
zu beneiden. Aber sie waren immer gut drauf, soweit ich mich erinnern
kann. Insbesondere Onkel Fritz war stets für ein Späßchen zu
haben. Er hat die Landwirtschaft nur noch nebenbei betrieben und "up de Fabriek“, der Emsland-Stärke, gearbeitet. Irgendwann aber
mochten wir Kinder nicht mehr mitkommen nach Oeveringen. Andere Dinge
waren interessanter geworden, ein Kinobesuch oder ein Fußballspiel
auf dem Sportplatz zum Beispiel. Dieter nörgelte: „Immer noa Oma
Oeveringen, un wie föhrt doch noch moal in`n Graben“, ein Satz
über den wir später oft schmunzeln mussten. Seine Prophezeiung ist
übrigens nie eingetreten.
Kaffeetafel, allerdings bei
uns zu Hause, mit meiner Mutter, Anita und Gerda und v. l. Gerrit
Oldekamp, Derk Meppelink, Gesien Oldekamp und Alberdina Meppelink:
Silberhochzeit (oder war`s eine andere Feier?) von Tante Grete
und Onkel Fritz (vorne rechts), links daneben Oma und Opa
Oeveringen, außerdem deren Kinder, Ehegatten und Enkelkinder:
Die ganze
Hochzeitsgesellschaft, vorne rechts die Eltern von Tante Grete, eine
geborene Lübbers:
Die Hochzeit von Sina (geb.
Oldekamp) und Georg Knoop, einem Malermeister aus Neuenhaus, rechts
Oma und Opa Oeveringen:
Mein Lieblingsbild von einer
zupackenden Frau. Es drückt so wunderschön aus, wie trotz harter
Arbeit meine Oma ihr freundliches Wesen behalten hat:
Ich radel auf dem Fahrradweg
entlang des Haftenkamper Diekes, etwa um 1957:
Goldene Hochzeit von Oma und
Opa Oeveringen:
Hinten die Kinder: Fritz
Oldekamp, Gerda Warsen, Sina Knoop, Johanna Meppelink und Georg
Oldekamp:
Die Gesellschaft der Goldenen
Hochzeit mit Kindern, ihren Gatten und Enkelkindern; unten, zweiter von links zwischen Günter Warsen und
Dieter, meine Wenigkeit:
Es erübrigt sich fast zu
sagen, dass alle Bilder natürlich wieder von meinem Vater stammen.