„Platt
in`t Emsland un de Groafschupp Bentheim“ - so stand es auf dem
PlattSatt-Banner der Emsländischen Landschaft, die das
niederdeutsche Festival organisiert. Wer allerdings gestern Abend in
der Scheune des Hofes für Heimatpflege in Itterbeck ausschließlich
heimatliche Lieder zum fröhlichen Mitsingen erwartet hatte, der
musste sich eines Besseren belehren lassen. Denn Jochen Wiegandt, der
Gast des Abends, spannte einen viel größeren Bogen. Kein Wunder,
denn Wiegandt bezeichnet sich als „Liederdetektiv“; er möchte
den plattdeutschen Liedern auf den Grund gehen. Außerdem ist
Wiegandt Hamburger, der sich hauptsächlich um plattdeutsches Liedgut
aus der Hansestadt und aus Schleswig-Holstein kümmert. Und so nahm
der Volkssänger und Unterhalter die rund 50 Besucher nicht nur auf
eine melodische Reise durch die plattdeutsche Volksmusik mit, sondern
erzählte zwischendurch immer wieder Geschichten über Entstehung und
Hintergründe der Lieder. Mitgesungen wurde natürlich auch: Den
plattdeutschen Klassiker „Dat du min Leevsten büst“ zum
Beispiel, ein altes Tanzlied, dessen Melodie zu Zeiten der
französischen Revolution auch von den Freimaurern genutzt wurde.
Zum
Schluss dann doch noch die Geschichte eines heimischen Liedes aus dem
Emsland: Die zahlreichen Strophen vom „Pastor sien Kauh“ sind um
1850 in Emsbüren entstanden, wo ein Pastor seine Kuh schlachtete, um
vor Weihnachten der hungernden Bevölkerung ein Stück Fleisch
zukommen zu lassen. Inzwischen gibt es hunderte Strophen zu dem Lied.
2007 gar schafften es die Emsbürener gar in das Guinness Buch der
Rekorde, indem sie nacheinander 1300 Strophen sangen.