Montag, 26. Oktober 2026

"Vocoder": Musik als Brückenbauerin

 

Es war eine gute Idee, das Konzert des Hamburger A-capella-Ensembles „Vocoder“ von der Schulaula in die Diele des Hauses Ringerbrüggen mit seiner anheimelnden Atmosphäre zu verlegen. Die Nähe zu den Besuchern schlägt sogleich Brücken zwischen Musikern und Publikum und bringt auch auf die Weise das Programm-Thema „Crossing Bridges“ zum Ausdruck. Die drei Frauen (Marie Maßmann, Lena Bill, Antonia Schwoch) und drei Männer (Nicholas Rahf, Henning Wölk, Patrick Below) verzichten vollständig auf Instrumente und Beatbox-Effekte und setzen allein auf die stilistische Vielfalt und musikalische Ausdrucksstärke ihrer Stimmen. Mit ihnen schlagen sie Brücken zwischen unterschiedlichen musikalischen Welten, die von eigenen Kompositionen über Volkslieder und Renaissance-Madrigalen bis zu Jazz-Standards und Pop-Balladen reichen. So laden die Lieder „dazu ein, Grenzen nicht als Trennlinien zu verstehen, sondern als Orte der Begegnung – zwischen Menschen, Kulturen, Generationen und musikalischen Traditionen“, wie es in der Programm-Ankündigung heißt. Die Besucher in der vollbesetzten Diele wissen es zu schätzen und danken mit langanhaltendem Applaus.















 

Samstag, 24. Oktober 2026

Marco Fühner: Als Domkantor zurück zu den Wurzeln

 

Das Konzert des „Mädchenchores am Aachener Dom“ in der Emlichheimer altreformierten Kirche war für den Chorleiter Marco Fühner eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Der 50-Jährige ist in Laar aufgewachsen und war dort schon von Kindesbeinen an von der Musik fasziniert. So war es kein Wunder, dass die (Kirchen)musik sein weiteres Leben bestimmte. An der Musikschule Niedergrafschaft erlernte er das Orgelspiel und machte als Leiter des Kinder- und Jugendchores seiner Heimatpfarrei erste Chorerfahrungen. Er studierte katholische Kirchenmusik und Chordirigieren und wurde schließlich über verschiedene berufliche Stationen 2013 Domkantor an der Aachener Bischofskirche und Leiter des Mädchenchores am Aachener Dom. 2018 wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt.

Im Rahmen einer Konzertreise durch Norddeutschland und die niederländische Provinz Zeeland präsentierte sich der Mädchenchor am vergangenen Sonntag in der altreformierten Kirche vor der Orgel, an der Marco Fühner das Orgelspiel erlernte. Und die 50 Mädchen boten ein hochkarätiges und abwechslungsreiches geistliches Chorkonzert mit Werken verschiedener Epochen und Stilrichtungen. Die zahlreichen Besucher waren begeistert von der hohen Qualität und dem engelsgleichen Gesang der jungen Sängerinnen, immer in enger Beziehung zu ihrem Dirigenten, der mit Mimik und Gestik seinen Chor stets mit sicherer Hand liebevoll führte.