Donnerstag, 9. Juni 2016

Die steinerne Krone Apuliens


Wer Apulien besucht, kommt um einen Besuch des „Castel del Monte“ nicht herum. Das achteckige Kastell, 60 Kilometer von Bari entfernt, wurde 1996 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Gestern haben wir es besucht. Der mehrere Fußballfelder große Parkplatz lässt erahnen, wie groß der Besucherandrang hier normalerweise ist. Heute, am späten Nachmittag, parken jedoch nur noch eine Handvoll Autos. Wie schön, so haben wir das Kastell fast für uns allein. Erbaut um 1240, gilt es als geniales Beispiel mittelalterlicher Architektur. Die Zahl acht spielt eine große Rolle. Es hat acht Seiten, acht Säle im Erdgeschoss und acht Türme, die ebenfalls achteckig sind. Noch heute rätseln die Wissenschaftler, welche Bedeutung das Kastell ursprünglich hatte. Als reine Militärfestung war es nicht wehrhaft genug, eine Burgmauer und ein Graben fehlen. Möglicherweise war es ein Jagdschloss oder ein Gebäude zur Aufbewahrung des Staatsschatzes. Vielleicht sollte die „steinerne Krone Apuliens“ auch die Macht des Erbauers Friedrichs II. symbolisieren. Der deutsche Kaiser aus dem Geschlecht der Staufer war zwar schwäbischen Ursprungs, wurde aber 1194 in Sizilien geboren und regierte von dort aus bis zu seinem Tod 1250 sein römisch-deutsches Reich. Unter seiner Herrschaft erblühte es. Er förderte Handel, Handwerk, Kunst und Literatur. Der gebildete Herrscher und Wissenschaftler sprach mehrere Sprachen und studierte Philosophie, Astrologie und Geographie. Legendär sein Buch über die Falkenjagd.



















Ein Panoramablick von dem Kastell in die Landschaft der Murge:




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