Montag, 3. Juli 2017

Moskau, Roter Platz und GUM

Wir sind am Roten Platz, an jenem berühmten Platz im Herzen der Moskauer Altstadt, der so viel Geschichte atmet, DAS Wahrzeichen der Stadt oder gar des ganzen Landes. Es ist schon ein erhabenes Gefühl, an dem Ort zu stehen, mit dem man so viel verbindet: Die Oktoberrevolution, als der Platz zur Haupttribüne der Staatsmacht wurde, militärische Aufmärsche und Paraden zum Tag der Arbeit und zum Tag des Sieges über Nazideutschland und nicht zuletzt die spektakuläre Landung des Privatpiloten Matthias Rust im Mai 1987. Umrahmt wird der Platz von zahlreichen historischen Gebäuden: von der Kreml-Mauer, der Basilius-Kathedrale, dem Lenin-Mausoleum, der Kansaner Kathedrale oder dem Warenhaus GUM, um nur einige zu nennen. Sie haben dazu beigetragen, dass der Platz seit 1990 zum UNESCO-Welterbe gehört. Er ist verkehrsfrei und auch Souvenirläden sowie Touristenbelustigungen sind verbannt. So behält der Rote Platz seine Würde und Großartigkeit. 















 
Vom Roten Platz gelangen wir direkt zum GUM. Das Kaufhaus war zu Sowjetzeiten für profane Waren und leere Regale berühmt-berüchtigt. Heute der extreme Gegensatz: Ein Konsumtempel mit Luxusgütern für betuchte Damen und Herren. Edelmarken wie Gucci, Versace oder Hugo Boss haben sich hier niedergelassen. Man muss ja nicht etwas kaufen, auch Schauen und ein Gang durch die drei Ebenen der Passagen mit ihrer historisch russischen Architektur machen Spaß.

















Sonntag, 2. Juli 2017

Moskau, Stadtrundfahrt

Es sind Ferien, da gibt es nicht so viele Fototermine. Eine gute Gelegenheit, die Zeit mit Reiseberichten über unsere Flusskreuzfahrt Moskau – St. Petersburg zu füllen. D. h., genau genommen müsste es heißen "Flüsse-, Kanäle-, Seenkreuzfahrt", denn es sind verschiedene Wasserwege, die die beiden Metropolen Moskau und St. Petersburg miteinander verbinden. 
Der Reiseplan:
Flug nach Moskau - Moskau-Wolga-Kanal - Wolga - Rybinsker Stausee - Wolga-Ostsee-Kanal (mit Weißem See) - Onega-See - Svir - Ladoga-See - Newa -  St. Petersburg - Flug nach Moskau (anders als auf der Karte dargestellt) - Rückflug nach Düsseldorf 



 
Wir landen am Nachmittag auf Sheremetyevo, einem von drei Flughäfen Moskaus. Während der Busfahrt zum Anleger bekommen wir einen ersten Eindruck von der Stadt. Das, was uns viele prophezeit haben, bestätigt sich zunächst: Moskau, ein Moloch. Hochhäuser, soweit das Auge reicht, verstopfte Straßen, Staus, und das schon in den Vorstädten. Wir brauchen lange bis zum Kreuzfahrtschiff Michail Scholochow, benannt nach einem russischen Dichter und Nobelpreisträger. 




 
Das Schiff: Schon etwas in die Jahre gekommen (1985 in Boitzenburg, DDR, gebaut), aber funktional. In unserer kleinen Kabine finden wir uns schnell zurecht. Dusche und Waschbereich sind identisch, ähnlich wie in manchen Wohnmobilen, aber auch das geht. (Über das Leben an Bord später mehr.) 

Foto: Bordfotograf
 Der nächste Tag beginnt mit einer Stadtrundfahrt, aber nicht nur für uns. Vor dem Anleger stehen unzählige Busse. Schilder hochhaltende Reiseführerinnen sammeln ihre Schäfchen ein. Die Fahrt in das Stadtzentrum dauert lange. Es geht oft nur im Schritttempo voran. „Die Moskauer lieben Autos, ihr neues Statussymbol“, erklärt die Reiseführerin. Radwege, obwohl gut ausgebaut, bleiben fast leer. Es wird viel gebaut, auch weil im nächsten Jahr in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Moskau ist sehr weitläufig. Wir sehen unzählige Hochhäuser - ältere und supermoderne -, historische Bauten, zahlreiche Denkmäler und zwischendurch auch viel Grün. 










Von den Sperlingshügeln schauen wir auf die Stadt: ein fantastisches Panorama, und hinter uns das beeindruckende Gebäude der Lomonossov-Universität. Natürlich sind wir nicht allein. Insbesondere unsere ostasiatischen Freunde sind schon knipsend zur Stelle. Sie werden  auch in den nächsten Tagen unsere ständigen Begleiter sein. 
Bilder vom Roten Platz und vom Kaufhaus GUM folgen morgen.













Samstag, 1. Juli 2017

Pyjama-Damen am frühen Morgen

Wir sind zurück aus dem Urlaub. Bevor ich mit den Eindrücken von der Flusskreuzfahrt Moskau - St. Petersburg beginne, vorweg eine Seite über Pyjama-Damen, zu denen ich heute am frühen Morgen gerufen wurde.

Schuld daran war das schlechte Wetter. Eigentlich wollten die Nachbarinnen von Gundi Schotz und Hartmut Sleefenboom die Rosen für ihren Hochzeitsbogen schon am Vortag der Feier anbringen. Doch das war den Damen zu riskant. Der Regen hätte womöglich die mit viel Mühe gebastelten Rosen unansehnlich gemacht. „Letzte Chance war der frühe Samstagmorgen, und zwar um sieben Uhr“, sagte Nachbarin Jetti Heerspink. Zu früh, meinten ihre Kolleginnen, zumal eine anstrengende Woche des Bogen- und Rosenmachens hinter ihnen lag. Da schaffte man ja kaum, sich rechtzeitig einzukleiden. Also beschlossen die Damen, sogleich mit Schlafmütze, Schlafanzug oder Nachthemd an die Arbeit zu gehen. Kurz entschlossen setzten sie die Idee in die Tat um, und manch einer wird sich über eine fröhliche Pyjamarunde früh morgens am Westerfeld 97 gewundert haben.