Aufgrund einer anderweitigen
Verpflichtung konnte ich gestern nur die zweite Hälfte der „Stier Ship
Company“ im Haus Ringerbrüggen erleben. (Auch hätte ich gerne
interessante Bilder von den Wasserfluten fotografiert.) Sei`s drum.
Jedenfalls hat auch die verbliebene Zeit
gereicht, mich von Hans-Martin Stier und seinen Musikern in den Bann
ziehen zu lassen. Stier rezitiert Geschichten aus seinem
Seefahrerleben in den 60er Jahren. Ob echt erlebt oder nur
Seemannsgarn, ist unerheblich. Stier schafft es, mit seiner
unverwechselbaren Stimme, mit Gestik und mit einer kraftvollen,
bildreichen Sprache den Zuhörer zu fesseln. Die Lesungen wechseln
sich ab mit passenden Liedern, begleitet von perfekten Musikern:
Stefan Kaspring am Keyboard, Thomas Lensing mit Percussion, Thom
Brill, ebenfalls am Keyboard. Wer shantyähnliche Seemannslieder
erwartet hatte, der wird enttäuscht. Blues, Rock, Folk, südamerikanische
Rhythmen, Soul bestimmen den musikalischen Sound. Natürlich
dominiert der kahlköpfige, charismatische Hans-Martin Stier das
Schiffsensemble. Der Seemann, der später Rockmusiker und
Schauspieler wurde, ist unglaublich präsent auf der Bühne. Und man
wundert sich, dass dieser Mann, der die ganze Härte der Seefahrt
erlebt hat, so bodenständig und freundlich geblieben ist.




















