Montag, 6. Dezember 2021

Der Nikolaus kommt mit dem Traktor

Was machen die Nikoläuse, wenn der Nikolaustag bevorsteht, kein Schnee liegt und Schlitten und Pferde im Stall bleiben müssen? Kein Problem, in der Scheune stehen ja noch ihren alten Traktoren, die nur ein bisschen hergerichtet werden müssen: Lichterketten, Weihnachtsbäume, rote Zipfelmützen, Tannenzweige, blinkende Rentiermodelle, Girlanden, Sterne, und schon sieht der Schlepper beinahe aus wie ein Schlitten. Am Vorabend des 6. Dezembers machen die Nikoläuse schon mal eine Probefahrt durch Emlichheim. In den sozialen Medien hat sich die Nikolaus-Schau schnell herumgesprochen, und so säumen zahlreiche Schaulustige die Straßen. Unter ihnen viele begeisterte Kinder; einige Erwachsene haben in Thermoskannen Glühwein mitgebracht, wo doch in diesen ereignisarmen Coronazeiten die Gelegenheiten zu einem heißen Umtrunk rar gesät sind. Die Nikoläuse und ihre Helfer genießen ihre Fahrt. Vorneweg ein Lanz mit seinem unvergleichlichen bullernden Sound, dahinter die Fendts, Hanomags, IHCs, John Deeres, Deutz` oder Kramers. Die Fahrer winken, lachen und hupen; die Zuschauer winken zurück, und Kinderaugen strahlen. Eineinhalb Stunden tuckern die Schlepper durch die Straßen Emlichheims, vom Raiffeisen-Zentrallager bis zum Lidl-Parkplatz.

Na ja, um der Wahrheit die Ehre zu geben: In Wirklichkeit waren am Sonntagabend die Frauen und Männer der Schlepperfreunde Vechtetal mit ihren Traktoren unterwegs. Sie haben die Nikoläuse aus der Patsche geholfen und diesen Umzug organisiert. Sie machen das bereits im zweiten Jahr und freuen sich über die große Resonanz. Aber am folgenden Tag waren die echten Nikoläuse unterwegs, ganz bestimmt. 



























 


Freitag, 3. Dezember 2021

Bye bye Wespen

 Im Frühsommer haben wir es bemerkt, als plötzlich der Rollladenriemen beim Badezimmerfenster abriss und sogleich einige Wespen durch den Gurtschlitz in den Raum eindrangen, um in den Angriff zu gehen: Ein Wespennest im Rollladenkasten! Hilfe! Wir hatten ein Problem - oder doch nicht? Eigentlich sind Wespen recht friedlich, wenn sie nicht angegriffen werden und ihr Nest nicht bedroht wird. Also haben wir nichts gemacht, außer den Riemenschlitz in dem Kasten abzudichten. Außerdem ist es nicht erlaubt, Wespennester ohne Grund zu entfernen, denn die Insekten sind Schädlingsbekämpfer und wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Blöd nur: Das Fenster musste geschlossen und der Rollladen oben bleiben. Genügend Blickschutz bot allerdings ein stattlicher Zungenschneeball vor dem Fenster.

Heute endlich ist es soweit: Die Wespen haben ihre Flüge eingestellt, d. h. der Wespenstaat ist abgestorben. Ziemlich spät allerdings: In der Fachliteratur heißt es, dass zwischen August und Oktober der Staat eingeht. Aber bei uns scheinen sich die Wespen besonders wohl gefühlt zu haben, was auch nach Entfernung der Kastenabdeckung bestätigt wird. Ein mächtiges Nest kommt zum Vorschein, und einige letzte Wespen torkeln noch ihrem Tod entgegen. A. entfernt das Nest, befestigt der Gurt aufs Neue (die Länge reicht noch) und schließt den Kasten wieder. Jetzt vertrauen wird darauf, dass in der Regel alte Nester nicht wieder besiedelt werden. Es sei denn, die Jungkönigin, die in Winterstarre an einem geschützten Unterschlupf überlebt, fand es bei uns im Rollladenkasten so lauschig, dass sie im nächsten Jahr wiederkommt und einen neuen Staat gründet.



Die Kastenabdeckung von innen: Das Styropor ist ziemlich angeknabbert.

Der abgenagte Rollladengurt:


 

 

 

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Unsere kleine Farm

 

Ein weiterer Blick in die Zeit meiner Kindheit:

Das Leben auf unserem kleinen Bauernhof an der Ringer Straße war schon kurzweilig und spannend. Immer gab es etwas zu tun und zu entdecken. Da waren zum Beispiel die zahlreichen Tiere: Ob Hunde (Roland, Waldi, Rex), unser Pferd Lotte, die Kuh Liese, Hühner, Schweine, Kaninchen, zugelaufene Katzen, die Rauchschwalben im Kuhstall oder auch gezähmte Rabenvögel, sie alle waren wie selbstverständlich Teil unseres Alltags. So wuchsen wir Kinder mit einer großen Nähe zu den Tieren auf. Bei meiner großen Schwester Anita ging die Tierliebe sogar so weit, dass sie den kleinen Mäusenachwuchs in der Kartoffelmiete aufpäppelte.

Natürlich hat mein Vater wieder vieles mit seiner Kamera festgehalten. Nur von den Schweinen oder vom Schlachtfest mit Schlachter Gustav Friedhoff ist leider kein Bildmaterial vorhanden.

Mit dieser vierten Folge endet – vorerst – meine kleine Reise in die Welt meiner Kindheit.