Freitag, 22. November 2013

Highlights des Westens

Prima, die Sonne scheint. Warum nicht mal wieder einige Highlights des Westens: Valldemossa, Deia, Panoramastraße, Soller.
Valldemossa. Hier verbrachten Frederick Chopin und George Sand 1838 einen Winter. Der Ort versteht das auch heute noch prächtig zu vermarkten. Im Sommer besuchen unzählige Touristen das kleine Tramuntana-Dorf. Jetzt, im November, ist es fast menschenleer. Für das Liebespaar war damals sein Aufenthalt nicht nur ungetrübte Freude. Touristische Infrastrukturen kannte man noch nicht.  Es war kalt in der Kartause,  Chopin war kränklich, und die Schriftstellerin Sand äußerte sich unfreundlich über die Landbevölkerung, nachzulesen in ihrem Reisebericht „Ein Winter auf Mallorca“.


 
Die Gassen sind prächtig herausgeputzt, jede freie Stelle wird genutzt, um Blumenkübel aufzustellen. Und an wirklich jeder Tür ist eine Fliese mit einem Bild der Nonne Catalina Tomàs angebracht. Die fromme Frau stammte aus Valldemossa und wurde 1930 vom Papst Pius XI heilig gesprochen.




Auf der Panoramastraße M20 geht es weiter in Richtung Norden. Die Blicke auf das Meer sind atemberaubend.

Nächster Ort: Deia. Hier hat sich früher eine ganze Anzahl Künstler niedergelassen. Heute sind sie längst verschwunden, aber auch hier hat das Bergdörfchen seine Anziehungskraft nicht verloren. Ein Spaziergang zur Dorfkirche auf dem Hügel, dahinter ein kleiner Friedhof mit vielen ausländischen Namen. Bei einigen steht „El Pintor“ darunter.





Dann: Port de Soller. Von hier aus fährt eine historische Straßenbahn nach Soller durch das Tal der Orangen. Es rumpelt ordentlich, und nach einer Viertelstunde steige ich im Zentrum von Soller aus. Mächtig die Kathedrale, aber sie ist sehr dunkel, ganz anders als „La Seu“ in Palma. Nicht zu Unrecht wird sie das Licht genannt.











 Auf dem Rückweg sitzt Stewart mir gegenüber. Ein Spanier aus Bilbao, der in der ganzen Welt herumgekommen ist: Kanada, USA, Skandinavien, Deutschland, Vietnam, in amerikanischen Diensten, wenn ich das richtig verstanden habe, denn es ist sehr laut in der rumpelnden Straßenbahn. Jetzt hat Stewart sich in Port de Soller niedergelassen. „Hier ist es am schönsten“, sagt er. Wer will da widersprechen?





Donnerstag, 21. November 2013

Palma, die Schöne

Das Wetter ist bescheiden. Für einen Ausflug empfiehlt es sich, etwas aussuchen, das ein Dach hat. Ich entscheide mich für Palma. Der Markt „Mercador del Olivar“ wäre eine gute Idee. Ich parke mein Auto in der Tiefgarage unterhalb der Kathedrale. Von dort ist zu Fuß alles gut zu erreichen.


Ich bin schon etwas spät dran, aber es ist noch etwas los in den Markthallen. Einst als Fischhalle entstanden, sind sie auch heute noch ein Dorado für alle Fischfreunde. Inzwischen gibt es aber auch ein reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse sowie Fleisch- und Wurstwaren.








  
Nach einem erfolgreichen Einkauf nehmen sie die Mallorquiner Zeit für ein paar leckere, frisch zubereitete Tapas.
Der Regen hat nachgelassen, ich spaziere weitere zur Placa de Espanya, dem quirligen Verkehrsknotenpunkt Palmas. In der „Bar Cristal“ genehmige ich mir einen leckeren, frisch gepressten Orangensaft.

Gestärkt gehe ich zurück durch die Altstadt Palmas, die als die größte Europas gilt. In den engen Gassen haben Supermärkte oder Einkaufsmalls keine Chance. Hier gibt es noch jede Menge kleine Geschäfte für die schönen Dinge des Lebens: Schicke Kleider, natürlich edle Schuhe, für die Mallorca berühmt ist, ausgefallenes Spielzeug oder quietschbunte Süßigkeitenläden, bis an die Decke vollgestopft mit Bonbons, Lutschern oder Schokoladen.











 Und hier empfängt Sie der Apotheker persönlich an der Eingangstür: (Hoffentlich kein Sinnbild für die Qualität seiner Pillen.)



Mittwoch, 20. November 2013

An der Playa bei schlechtem Wetter

Spaziergang an der Playa; So ganz anders als im Sommer. Rentner dominieren das Bild,  Regenschirm und Plastikcapes sind angesagt. Es regnet und stürmt. 






Die Balnearios sind abgeschottet:

 

 Nur am „Ballermann 6“, dem Zentrum des Strandlebens zwischen Bier- und Schinkenstraße, wartet man noch auf Kundschaft. Allerdings eher vergebens.


Dort, wo sich im Sommer  unzählige Sonnenbadende tummeln, haben Meer und Sturm eine riesige Pfütze geschaffen:



Auch im "Oberbayern" keine Party mit Jürgen Drews oder Peter Wackel:


Ein Blick hinter die Fassade des Strandlebens offenbart Dekadenz:


 
Ein Sandburgen“künstler“ erzählt mir sein Leben: Vor zwei Jahren ist er aus Sachsen-Anhalt auf die Insel gezogen. Er lebt in seinem wetterfesten Iglu direkt am Strand, trotz seiner vier Herzinfarkte. Aber auf Mallorca fühlt er sich besser, und die Medizin ist billiger. Er ist 58, ist schon so manches Mal dem Tode von der Schippe gesprungen. Aber er ist sich sicher, dass er 150 Jahre alt wird, erklärt er jedenfalls augenzwinkernd. Auf Deutsche und Franzosen ist er nicht besonders gut zu sprechen. Die sind knauserig, vor allen Dingen die jungen, meint er. Großzügiger seien Holländer und Engländer. Na, dann will ich mal  das Bild der Deutschen ein wenig aufbessern. Aber ich zähle ja auch schon zur älteren Generation.

Und dann jagt der Wind die Wolken auseinander, und die Sonne kommt doch noch durch, jedenfalls für eine Weile:

 

Dienstag, 19. November 2013

Eine Woche Mallorca

Mit dem Zug morgens vom Bahnhof Meppen zum Kölner Flughafen. Es ist noch dunkel. Nur langsam scheint die Woche zu erwachen.  Der Bahnsteig zunächst menschenleer. Später kommen Schüler, die lärmend ihre Wochenenderlebnisse erzählen.


Der Blick aus dem Fenster: Endlose Schienenstränge, nebelgraue Landschaften und triste Hinterhöfe.

Auf der Insel: Ein Blick auf die untergehende Sonne. Im Kühlschrank ein paar Flaschen Cerveza, Moods auf dem Terrassentisch: Der Urlaub kann beginnen.