Samstag, 8. Dezember 2018

Die Zeit der Middewinterhörner beginnt

Wenn die Adventszeit anbricht, kommt auch die Zeit der Middewinterhornbläser. Das Blasen der  Hörner ist in den Grenzgebieten auf niederländischer Seite sehr populär. Aber auch in der Grafschaft gewinnt die alte Tradition immer mehr Anhänger. In vorchristlicher Zeit wollte man damit böse Geister vertreiben. Es diente aber auch der Verständigung unter den Höfen, die oft weit voneinander entfernt lagen. Später sollten die langanhaltenden Töne die Ankunft des Lichts, also die Geburt Jesu Christi, ankündigen.
 Gestern war ich bei einer Middewinterhorn-Sternwanderung in Uelsen dabei. Es regnete in Strömen, aber das hat die Teilnehmer nicht davon abgehalten, loszumarschieren. An verschiedenen Stellen machen sie Halt, um ihr Instrument ertönen zu lassen. Und dann schallen sie durch den Ort, die langanhaltenden, urigen Klänge des Horns, das ein wenig an ein Mini-Alphorn erinnert und streng genommen gar kein Instrument ist. Jedes Gerät ist ein Unikat, das individuell hergestellt wird. Könner entlocken ihm bis zu sechs unterschiedliche Töne. Aber ein gemeinsames Spielen funktioniert nicht, da jedes Horn anders klingt. Es geht gesellig zu unterwegs, es wird gefachsimpelt, diskutiert, Witze machen die Runde, und Passanten versorgen die Bläser mit Kräuterschnäpsen.




































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