Mittwoch, 15. April 2015

Salzberge

Na ja, eigentlich sind es keine Salzberge, was sich dort bei den Salinen von d`Es Trenc auftürmt, sondern nur Salzhaufen. Aber in einigen Fotos sehen die kristallenen Zacken schon so aus wie die Spitzen von mächtigen Salzbergen, finde ich. Es handelt sich um Salz, das in den Salinen gewonnen worden ist. Vom nahe gelegenen Strand Es Trenc wird im Frühjahr Salzwasser in insgesamt 150 ha große Lagunen geleitet. Während des Verdunstungsprozesses im Sommer wird das Wasser mehrmals in andere Becken umgeleitet, um die Kristallisierung des Salzes feiner werden zu lassen. Am Ende steht das Produkt „Flor de Sal“, das in der mallorquinischen Gastronomie verwendet wird und auch in dem kleinen Laden auf dem Werksgelände zu kaufen ist. Keine Ahnung, ob das Salz wirklich besser schmeckt. Ich weiß nur, dass andernorts mit abenteuerlich teuren Salzkreationen viel Schmu betrieben wird.
Wer die Salinen anschauen möchte: Von der Straße „Ses Salines – Colonia Sant Jordi“ in das Sträßchen rechts einbiegen.
 Wer weiterfährt, kommt zum herrlichen Naturstrand Es Trenc. Den muss man allerdings nicht unbedingt im Sommer aufsuchen, denn dann ist er rappelvoll. Außerhalb der Badesaison jedoch kann man dort herrlich am Strand entlangwandern. Jedenfalls wenn man gewillt ist, den Wegelagerern Tribut zu zollen: Fürs Parken sind sechs Euro zu löhnen, und es gibt keine Möglichkeit, bei den engen Zufahrt sein Auto anderweitig abzustellen.










Trockenmauern

Was wäre Mallorca ohne die Trockenmauern? Insbesondere in den flachen Landesteilen prägen sie das Landschaftsbild der Insel. Es ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, das Sträßchen nach Llucmajor zu fahren, das links und rechts fast vollständig von Steinmauern gesäumt ist. Sie begrenzen nicht nur Wege, sondern auch Felder und Grundstücke. Im Tramuntana-Gebirge dienen sie außerdem als Stützmauer zur Verhinderung von Bodenerosionen. Das Besondere ist, dass sie ganz ohne Mörtel gebaut werden. Der Mauerbau war früher ein extra Handwerk, das alle Bauern beherrschten. Sie nahmen die Steine von den Feldern, oder, wenn diese nicht reichten, schafften sie aus einem Steinbruch herbei. Eine einfache Mauer besteht aus zwei Außenseiten, die nach oben etwas zusammenlaufen. Der Hohlraum wird mit kleinen Steinen und Erde ausgefüllt. Oben wird die Trockenmauer mit Decksteinen abgeschlossen. Die Kunst ist, die Steine so auszusuchen und in Form zu schlagen, dass sie zueinander passen und die Mauer fest steht. Nachdem der Beruf des Margers, so der mallorquinische Name für den Trockenbauer, fast ausgestorben war, erlebte er 1986 eine Renaissance, als in Soller eine Trockenmaurerschule gegründet wurde. Auch ökologisch haben die Steinmauern große Bedeutung, denn sie bieten vielen einheimischen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Nicht alle Trockenmauern sehen so aus, wie sie oben idealtypisch beschrieben wurden, aber schön sind sie schon:










Montag, 13. April 2015

Blütenmeere

Der Frühling ist für mich die schönste Zeit auf der Insel. Das Grün ist noch saftig, und die Natur explodiert förmlich. Ganze Blumenteppiche bedecken Wiesen und Äcker, die Blüten an den Straßenrändern wetteifern mit den papageienbunten Trikots der Rennradfahrer in den schönsten Farben. Für mich ist klar, wer der Gewinner ist. Eigentlich habe ich Blumenmotive in der Vergangenheit schon zu Genüge fotografiert. Aber wenn dann bei der Fahrt übers Land ein Blumenmeer auftaucht, kann ich nicht widerstehen, die Farbenpracht im Bild festzuhalten und hoffe, dass die Fotos nicht allzusehr ins Kitschige abrutschen.





 







Faszinierend ist auch das Zusammenspiel der Blumen mit den Salzbergen bei Ses Salines. Dort wird in Verdunstungsbecken Salz aus Meerwasser gewonnen und zur Lagerung aufgetürmt.





Donnerstag, 9. April 2015

Zeitreise in die Fünfziger

Mal wieder ein paar Tage Mallorca, das inzwischen so etwas wie ein zweites Zuhause geworden ist. Nicht weit von der Wohnung liegt Llucmajor, eine unaufgeregte Stadt, in der die Leute ihrer Arbeit nachgehen und der Tourismus eine eher untergeordnete Rolle spielt. Heute ist Markttag. Ein paar Händler bieten ihre Produkte an. Kein touristisches Klimbim, sondern Obst, Gemüse, Käse, Wurst; was man so braucht für den Alltag. Die Cafés rund um den Marktplatz haben gut zu tun. Radrennfahrer, die jetzt wieder die Insel in Massen bevölkern, legen hier eine Pause ein.
An der Südseite des Platzes liegt ein kleiner Friseurladen. In dem Inselroman „Mallorca, ein Jahr“ von Heinrich Breloer und Frank Schauhoff spielt er eine wichtige Rolle. Ich könnte man wieder einen Schnitt gebrauchen und trete ein. Das Inventar ist aus den 50er Jahren. Drei Friseurstühle, doch nur der rechte am Fenster wird gebraucht. Vier Vogelkäfige mit Kanarien an der Wand, diverse Tinkturen auf Regalen, links ein Waschbecken mit verschnörkeltem Wasserhahn. Bildchen sind hinter Rahmen geklemmt, das Kofferradio spielt spanische Schlager. Der Friseurmeister mit dem freundlichen Gesicht schneidet einem Kunden die Haare. Beide bemerken mich kaum, denn sie unterhalten sich angeregt. Schade, als ich an der Reihe bin, kommt kein Gespräch zustande: Ich kann kein spanisch, geschweige denn mallorquin. Der Meister hat die Ruhe weg. Er schneidet gut, dreht mich nach links, nach rechts, und nach 10 Minuten ist sein Werk vollendet. Prima, sieht gut aus, kein traumatisches Erlebnis wie vor einem Jahr in Marrakesch (siehe Blog vom 25.02.2014). Ich bezahle 10 Euro und gebe ein Trinkgeld. Adios senior und gracias. Bis zum nächsten Mal. 















Montag, 6. April 2015

Osterfeuer

Am Sonntagabend brennt wieder ein mächtiges Osterfeuer beim Festplatz. Die Ortsfeuerwehr Emlichheim hat es wie jedes Jahr organisiert.










Samstag, 4. April 2015

Als die Ruine noch ein Wohnhäuschen war

Hartmut Gosink hat mir ein Foto geschickt, das die jetzige Ruine am Kanal (Blog vom 01. und 02.04.) noch als Wohnhäuschen zeigt. Es hat das Bild von Inge Ettrich bekommen, die dort nach dem Krieg mit ihren Eltern und Geschwistern eine Zeitlang gewohnt hat. Später hat die Familie ein Wohnhaus am Hahnenberger Diek gebaut. Hartmut hat übrigens eine eigene Foto-Homepage, u. a. mit Aufnahmen von Emlichheim früher und heute: http://hartmutgosink.npage.de/index.html


Freitag, 3. April 2015

"Skorbut"kraut

Im Frühjahr, wenn die Bäume und Sträucher noch keine Blätter tragen, schlägt die Stunde des Scharbockskrautes. In feuchten Wiesen, unter lichten Büschen und Bäumen bildet es einen grünen Teppich mit kleinen, dottergelben Blüten. Früher gehörte es zum Reiseproviant von Seefahrern, denn es enthält sehr viel Vitamin C, das Skorbut verhindert. Die Vitamin-C-Mangelkrankheit war bei Seeleuten gefürchtet, wenn sie auf langer Reise waren und kein frisches Obst und Gemüse zur Verfügung hatten, denn sie verursacht Zahnfleischbluten und im späten Stadium Zahnausfall, Daher auch der Name Scharbockskraut, denn Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut.
 Wenn dann die Bäume und Sträucher ihr Blätterdach bilden, ist die Zeit des Scharbockskrautes schon wieder vorbei. Es welkt und zieht sich in den Boden zurück.