Mittwoch, 26. März 2014

Originalschauplätze

Mit Begeisterung habe ich einige Bücher von Carlos Ruiz Zafón gelesen. Insbesondere die drei Romane um den „Friedhof der vergessenen Bücher“ haben mich fasziniert. Sie alle spielen in Barcelona, der Heimat des Schriftstellers. Da liegt es nahe, einmal einige Originalschauplätze der Romane aufzusuchen.
Die Sagrada Familia und den Park Güell habe ich schon im Blog vom 23. März vorgestellt.
Zur unvollendeten Kirche hat der Buchhändler Sempere seinen Sohn Daniel des öfteren mitgenommen.
Direkt am Park Güell liegt das Haus von Andreas Correlli, des geheimnisvollen Gönners von David Martin aus „Das Spiel der Engel“.

Natürlich kommt auch die Hauptflaniermeile Barcelonas, die Ramblas, immer wieder vor.



Östlich der Ramblas liegt das Gothische Viertel, der älteste Teil Barcelonas. Die engen Gassen mit den alten Häusern sind Schauplätze in allen Romanen Zafóns.



Eine besondere Gasse zweigt westlich von den Ramblas ab: Die Calle Arc del Theatre. In dieser engen Straße soll der Eingang zum „Friedhof der vergessenen Bücher“ liegen. 



Schließlich die Buchhandlung „Sempere und Söhne“. Es gibt sie nicht wirklich in der Calle Santa Anna 27. Dort befindet sich in Wirklichkeit eine „Guanteria“, eine Handschuhmacherei. Doch die wunderschöne Fassade im Jugendstil würde schon sehr gut passen zu einem Buchladen.



Dann gibt es im Gotischen Viertel, im Distrikt La Ribera, noch die gotische Kirche „Santa Maria del Mar“ mit der schlichten Außenfassade.
Sie wird zwar auch bei Zafón erwähnt, spielt aber in einem anderen Buch die Hauptrolle: In dem Roman „Die Kathedrale des Meeres“ von Ildefonso Falcones.


Dienstag, 25. März 2014

Heiko Lübben

Heute habe ich Heiko Lübben getroffen. Er lebt schon seit mehr als 16 Jahren in Castellbisbal, 25 Kilometer nordwestlich von Barcelona. „Es war nicht unbedingt geplant, es hat sich mehr so ergeben“, sagt der sympathische ehemalige Nordhorner. Es war wohl die Liebe, die Heiko Lübben in der Region sesshaft werden ließ. Vor 15 Jahren lernte er während eines Jobs in einer Barcelonaer Firma seine Lebensgefährtin Trini kennen. 
Nach acht Jahren als Unternehmensberater für die Weltfirma „Accenture“ arbeitet der 44-Jährige seit 2009 freiberuflich. Hauptsächlich berät er die internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam, die sich für eine gerechte Welt ohne Armut einsetzt. Ihm macht die Arbeit sehr viel Spaß. „Es ist ein Unterschied, in einem wettbewerbsorientierten Umfeld zu überlegen, wie man Reiche noch reicher macht, oder für eine Hilfsorganisation zu arbeiten, wo die Motivation der Menschen eine ganz andere ist“, sagt Heiko Lübben. Mehr über sein Leben und seine interessanten Hobbys demnächst in einem GN-Porträt.
Heiko ist mit seiner Aprilia Pegasus 650 gekommen, einem 20 Jahre alten Geländemotorrad. Man beachte, was auf dem Helm in großen Buchstaben steht: NORDHORN .

Vor der bekannten Skulptur von Rebecca Horn am Strand vom Barcelona.


Im Hintergrund das elegante 5-Sterne-Hotel W







Montag, 24. März 2014

Gaudi allerorten

Gaudi, allerorten Gaudi! Was wäre Barcelona ohne das architektonische Genie. Auf jeden Fall um eine ganze Reihe außergewöhnlicher Gebäude ärmer. An erster Stelle natürlich die „Sagrada Familia“, DAS Wahrzeichen der Stadt. Seit unendlichen Zeiten wird an der Unvollendeten gebaut. Man könnte meinen, die ewigen Baukräne, höher als die Zinnen der Kirche, gehören zum Gesamtkunstwerk dazu. Rund um die Kirche herrscht ein Riesentrubel. Überwiegende Körperhaltung: Kopf im Nacken, Arm ausgestreckt und klick. Ob das alles Gaudi, dem Naturliebhaber und Mysthiker, gefallen hätte? Aber immerhin wird mit den Geldern der Besucher sein Hauptwerk - nein, nicht vollendet, soweit wird es wohl nie kommen – sondern fortgesetzt.








Ein ganz anderes Werk Gaudis ist der Park Güell, den der Künstler für seinen Freund und Industriellen Güell plante. Ursprünglich sollten dort in Symbiose mit der Natur Häuser für betuchte Barcelonesen entstehen. Das klappte jedoch nicht, und so schenkte Güell später das Gelände der Stadt, die darauf den Park der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte.






  


Fast in jeder Palme krächzen Kakadus.

Sonntag, 23. März 2014

Der Touri-Bus

Anfgangs mochte ich es gar nicht recht zugeben, weil es so tourimäßig aussieht, aber inzwischen ist es mir zu einer guten Gewohnheit geworden: Das erste Erkunden einer Stadt mit dem Touristen-Bus. Wenn das Wetter mitspielt, setze ich mich aufs Oberdeck und lasse im Schein der Sonne die Stadt an mir vorbeiziehen. Ich bekommt optisch und über Kopfhörer einen guten ersten Eindruck von den Sehenswürdigkeiten und der Geschichte der Stadt. Wo es mir gefällt, steige ich aus und fahre mit einem anderen Bus weiter. Alles superbequem, was spricht dagegen?















Samstag, 22. März 2014

Angekommen in Barcelona

Jetzt bin ich in Barcelona angekommen. Es geht alles rasend schnell, finde ich. Vom stillen, beschaulichen Ginostra über Palermo in die Metropole Barcelona. Die Fahrt war anstrengend, und ich bin wieder mal  froh, nach Eisenbahn, Flug, Airport-Shuttle und U-Bahn meine Wohnung, die wieder von privat gemietet ist, gefunden zu haben. Wenn ich beim Anflug auf die Stadt auf das Häusermeer schaue, denke ich jedes Mal: Wie sollst du nur in dem großen Steinhaufen den kleinen Punkt finden, der für dich gedacht ist. Aber irgendwie löst sich dann doch alles in Wohlgefallen auf.  Das Schwierigste war in diesem Fall allerdings, in dem gut gesicherten Hochhaus-Komplex den richtigen Eingang zu finden. Eskalera 4, dann 4 -1 und Nummer 16 drücken, lautete die Anweisung auf englisch. Die hochmoderne Unterkunft ist der totale Gegensatz zu dem kleinen Ginostra auf Stromboli. Sie liegt super gut. Der Strand, die Altstadt und die  Ramblas sind alle zu Fuß zu erreichen.
 Bilder gibt es heute keine, weil noch keine gemacht worden sind. 

Und doch noch ein Bild, das ich am nächsten Morgen gemacht habe. So sieht der Innenhof des Gebäudekomplexes aus, in dem ich für sechs Tage wohne:


Freitag, 21. März 2014

Abschied von Ginostra

Zwei Tage des Reisens – also nicht viel Neues an dieser Stelle. Heute fahre ich mit Tragflächenboot und Regionalzug zurück nach Palermo in meine alte Wohnung. In Palermo wartet die rührige Noemi schon mit selbst gebackenen Muffins. Ich merke, die Insel hat mir gut getan. Den Lärm der Straße nehme ich kaum wahr. Über Skype telefoniere ich noch mal mit Georg Züter in Bologna, um letzte Dinge seines Porträts zu besprechen. Ich denke, in den nächsten Tagen wird es in den Grafschafter Nachrichten erscheinen. Und morgen fliege ich nach Barcelona, der zweitletzten Stadt meines Abenteuers, das damit schon so langsam dem Ende entgegen geht.
Zu fotografieren gibt es nicht viel, da man in dem Boot unten wie im Flugzeug sitzt bleiben muss und von dem Meer oben gar nichts mitbekommt. Nur einige Bilder von Stromboli, wo ich in ein anderes Boot umsteigen muss:




Donnerstag, 20. März 2014

Iside

Gestatten, das ist Iside, eine der wichtigsten Individuen auf Ginoastra. Ohne die Eselin läuft hier nichts. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis auf ein kleines Kettenfahrzeug gibt es keine motorisierten Fortbewegungsmittel. Wie auch, bei dem ewigen Auf und Ab der Stiegen. Gemeinsam mit ihrem Besitzer Uli trottet Iside mehrmals am Tage geduldig die beschwerlichen Wege vom Hafen hoch zu den Häusern, um Gepäck, Baumaterial, Lebensmittel oder sonst was zu transportieren. Auch sorgen die beiden für den Strom auf der Insel, indem sie die Generatoren des Kraftwerkes mit Öl versorgen und das Altöl wieder nach unten bringen. Manchmal will Iside etwas mitteilen. Dann unterbricht ihres schrilles Rufen weithin hörbar die Stille der Insel für einen Moment.
Morgen werde auch ich wieder Isides Dienste in Anspruch nehmen. Dann wird sie meinen Koffer zum Hafen schleppen, denn es heißt schon wieder Abschied nehmen von dem einzigartigen und ungewöhnlichen Ort. Schade, ich wäre gerne noch en paar Tage geblieben.